Die Western-Kompanie
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Ihre Wurzeln hat die Western-Kompanie - wie auch die übrigen Kompanien - in den Bauernschaften der früheren „Ackerbürgerstadt” Paderborn.

In Paderborn übernahmen nach dem Wehrverfassungsgesetz aus dem Jahr 924 die einzelnen Bauernschaften die Aufgabe, die Stadt zu verteidigen und bildeten somit eine Bürgerwehr. Die Bauernschaft der Western hatte ursprünglich die Aufgabe, den Bereich des Westerntors gegen Eindringlinge und Feinde zu verteidigen.

Als Andreas Ferrari - der letzte Major der Bürgerwehr - am 19. Mai 1831 den Paderborner Bürger-Schützenverein gründete, rief er Männer aus diesen alten Bauernschaften zusammen.

Die bereits bei der Gründung festgelegte Struktur hat bis heute Bestand.

Die örtlichen Grenzen der Western-Kompanie sind seit jeher die Westernstraße und die Riemekestraße in westlicher Richtung sowie die Rosenstraße und die Kilianstraße in südlicher Richtung. Auch wenn heute die Mitgliedschaft in einer Kompanie nicht mehr vom Wohnort abhängig ist, spielt diese Einteilung im Rahmen der Brauchtumspflege - z.B. Marschwege, Residenzen von Schützenkönigin und Schützenkönig etc. - eine große Rolle.

Es gehört zum Kern des Paderborner Schützenwesens, dass alle gesellschaftlichen Gruppierungen vertreten sind. So auch in unserer Kompanie.

Die Western-Kompanie führt seit langer Zeit den Beinamen „die Seidenkompanie”. Grund dafür sind die zahlreichen Tuch- und Textilhändler, die früher im Bereich der Kompanie insbesondere in der Westernstraße ansässig waren. Noch heute finden wir hier - in der guten Stube unserer Stadt - zahlreiche Textilgeschäfte jedweder Couleur.

Aber nicht nur die Kaufleute waren stets in der Westernkompanie vertreten. Auch die Handwerker spielten bei uns schon immer eine große Rolle. So ist es insbesondere diesen tüchtigen Handwerkern zu verdanken, dass nach 1945 z.B. der „Schießturm” neu errichtet wurde, die „Kompaniebaude” erweitert und umgebaut sowie der „Bierwagen” und Tische und Bänke in Eigenarbeit hergestellt wurden.

Das Leben in einer Kompanie und damit der Erfolg wird durch ihre Mitglieder entscheidend beeinflusst. Eine Kompanie ist immer nur so gut wie ihre Mitglieder.

Es ist bekannt, dass diese Mitglieder alle drei Jahre im historischen Rathaus unserer Heimatstadt den Kompanievorstand wählen. Diese Kompanieoffiziere bilden als „Wahlvorstand” gleichzeitig die „Vertreterversammlung” die 14 Tage später den Bataillonsvorstand mit Oberst, Oberstleutnant, Rendant etc. wählt. Die Western-Kompanie hat zahlreiche herausragende Persönlichkeiten hervorgebracht, die - wie an anderer Stelle dieser Festschrift festgehalten - sich in den Dienst des Bataillonsvorstands gestellt haben.

Die Führung und die Verantwortung für die Kompanie liegt in den Händen des Hauptmanns.

Hier ist der Name „Uhle” aus der Geschichte unserer Kompanie nicht wegzudenken.

Es war Hauptmann Wilhelm Uhle, der gemeinsam mit dem damaligen Feldwebel August Uhle im Jahre 1926 die erste Unteroffiziersvereinigung des Bataillons in der Western-Kompanie aus der Taufe hob. Eine Vereinigung, die sehr bald auch in den übrigen Kompanien gegründet wurde.

Der „legendäre” Hauptmann Dr. Josef (Seppel) Uhle sorgte nach dem 2. Weltkrieg nicht nur für einen schnellen und erfolgreichen Wiederaufbau der Western-Kompanie. Gemeinsam mit dem unvergessenen Oberst Dr. Karl Auffenberg und den weiteren Hauptleuten zählt er zu den „Wiederbegründern” des PBSV nach 1945.

Dr. Josef Uhle war bis 1968 Hauptmann unserer Kompanie und in dieser Zeit auch Diözesanbundesmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften.

Ihm folgten im Hauptmannsamt: Franz Franke, Georg Vockel, Horst Uhle (Sohn von Dr. Josef Uhle), Heiner Kaiser und Ralf Meschede als derzeit amtierender Hauptmann. Unter der Führung der vorgenannten Hauptleute und ihrer Offiziere hat sich die Western-Kompanie hervorragend entwickelt und weist heute (Stand Dezember 2006) einen Mitgliederbestand von über 800 (Erst-) Mitgliedern auf.

Die Western-Kompanie wird getragen durch ihre Mitglieder, die sich vor allen Dingen in der Unteroffiziersvereinigung, bei den Jungschützen oder in der Schießabteilung in das lebendige Kompanieleben einbringen.

Ein Markenzeichen der Western-Kompanie sind insbesondere die neuen Ideen, die von ihr ausgehen und zum Vorbild für viele andere Kompanien und das Bataillon wurden.

Ganz besonders hervorzuheben ist hier die Idee von Ehrenverwaltungsrat Franz-Gregor Tenge, zum alljährlichen Schützenfest das „Westernheft” herauszugeben. Das Westernheft stellt eine gelungene Mischung aus Chronik und aktueller Informationsschrift dar und ist aus dem Kompanieleben der Western nicht mehr wegzudenken.

Franz-Gregor Tenge hat sich aber nicht nur um die Western-Kompanie große Verdienste erworben. Auch das Bataillonsleben ist maßgeblich von den Ideen und dem Engagement von Franz-Gregor Tenge geprägt worden. Als Beispiel soll hier nur auf den Schützenfest-Freitag mit Zapfenstreich und anschließendem Ball im Rathaussaal verwiesen werden. Eine Idee von Franz-Gregor Tenge, der aufgrund seiner Verdienste im Jahre 1988 zum 75. ten Ehrenmitglied des PBSV ernannt und überdies im Jahre 1995 für seinen Einsatz und sein Wirken zum Wohl des Paderborner Schützenwesens das Bundesverdienstkreuz am Band erhielt.

Weitere Ideen, die von der Western-Kompanie ausgingen und heute in unterschiedlichster Weise im ganzen Bataillon umgesetzt werden, sind die Jahresmedaillen, die von der Western-Kompanie erstmals 1977 zum Schützenfest herausgebracht wurden. Die Western-Kompanie kommt ihrer Verpflichtung zur Traditionspflege nach, indem auf den Medaillen in den Jahren von 1977 bis 2002 historisch wichtige Gebäude und Plätze Paderborns abgebildet wurden. Seit 2003 zeigen diese Medaillen einzelne Persönlichkeiten aus Paderborn und der Region, die sich um den PBSV und damit um die Western-Kompanie in besonderer Weise verdient gemacht haben.

Was wäre eine Schützenkompanie ohne Musikzug und ohne Freunde.

Es war im Jahre 1969 eine überaus glückliche Entscheidung, auf den Aufbau eines eigenen Musikzugs zu verzichten und stattdessen die Nähe und Freundschaft zu den Buker Husaren zu suchen.

Seit nunmehr 39 Jahren ist es das Trompeterkorps der 8. Husaren Buke, das mit seinem unverwechselbaren „Sound” zum Markenzeichen der Western-Kompanie geworden ist. Die Western sind froh und dankbar, dass die Buker Husaren, die weithin über die Grenzen der Region hinaus bekannt sind und z.B. an der Steubenparade in New York teilgenommen sowie ein Konzert vor dem Papst im Vatikan gegeben haben, uns Western seit vielen Jahren die Treue halten.

Desweiteren besteht und entsteht seit über zehn Jahren auch eine Freundschaft zum Tambourcorps Nordborchen 1927 e.V., das die Western-Kompanie zusammen mit den Buker Husaren bei Umzügen durch die Stadt begleitet.

Auch zu benachbarten Schützenvereinen besteht seit vielen Jahren eine freundschaftliche Verbindung.

Seit mehr als vier Jahrzehnten verbindet uns ein freundschaftliches Band mit der St. Johannes und St. Hubertus Schützenbruderschaft in Wewer.

Auch zu den Schützenbruderschaften Nordborchen und Kirchborchen werden seit vielen Jahren freundschaftliche Kontakte gepflegt.

Wir möchten uns mit diesem kleinen Bericht über die Western-Kompanie und ihre Abteilungen bei allen Freunden unserer Western-Kompanie herzlich für ihre Unterstützung bedanken.

Brauchtums- und Traditionspflege, die Pflege der Geselligkeit und die Förderung des menschlichen Miteinanders sind nur möglich, wenn wir in der Öffentlichkeit im rechten Licht gesehen werden.

Diese Zeilen sollen dazu ein wenig beitragen.

Paderborn, im April 2007

Ralf Meschede
Western-Hauptmann



Die Western-Kompanie und ihre Abteilungen

Laut § 2 der Satzung des Paderborner Bürger-Schützenvereins gehört unter anderem zu den Zielen unseres Vereins:

„ ... Förderung des öffentlichen und privaten Lebens durch geselliges Miteinander; insbesondere durch Ausrichten des jährlichen Schützenfests, des Lichtmessballs sowie .. der Kompanieveranstaltungen;

... Pflege der geschichtlichen Überlieferung sowie der althergebrachten Bräuche.”

Unter den einzelnen Abteilungs-Bereichen auf dieser Website soll durch kurze Berichte aus dem Leben der Abteilungen unserer Western-Kompanie aufgezeigt werden, wie diese Ziele konkret verfolgt werden.